Adticket Ticketshopschalter Designstudentin Laurahess
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Gestern machte ich mich auf den Weg in die Kaiserstraße 69 zu Ad Ticket. Sie sind nicht nur der Marktführer in Frankfurt, sondern auch der zweitgrößte Anbieter in Deutschland für Tickets aller Art. Dort war ich mit Bettina Wulff zu einem Interview, mit anschließendem Rundgang durch das Unternehmen verabredet. Ich war sehr geehrt, da sie normalerweise nicht so viele Interviews geben.

Pünktlich um 15:30 Uhr klingelte ich wie verabredet an der Tür. Im dritten Stock angekommen, erwartete Betty mich äußerst herzlich. Ich war in guten Händen, denn seit über 7 Jahren arbeitet sie bei Ad Ticket. Wir gingen in einen Konferenzraum, dieser mit hohen Fenstern einen Blick auf die Kaiserstraße gewehrte. Nachdem sie mir ein Wasser anbot fingen wir an drauf los zu quatschen. Über das Bahnhofsviertel, unsere persönlichen Eindrücke und Lieblingsorte. Kurz darauf begann ich mit der Ersten Frage. Wir verstanden uns sehr gut, weswegen ich inmitten des Interviews euphorisch und begeistert mehr und mehr Fragen stellte.

Nachdem dieser Teil im Kasten war, ging Betty mit mir auf eine riesengroße Tour durch das Unternehmen. Sie zeigte mir wirklich jeden einzelnen Raum den es gab. Überall wurde die Türen zum ‚Hallo‘ sagen aufgemacht und ich fühlte mich sehr willkommen. Die Büroflächen strecken sich über drei Etagen und zwei Häusern mit einem Durchbruch aus. In einem Großraumbüro bekam ich ein Gespräch zwischen Betty und einer Mitarbeiterin mit, sie besprachen das wöchentliche bürointerne Sport treiben. Anschließend verließen wir das Gebäude und gingen in die Kaiserstraße 67 zu dem eigentlichen Ticketshop. Dort erfuhr ich, dass oftmals kleine ‚Wohnzimmerkonzerte‘ in dem kleinen Raum stattfinden, in den aber gut 80 Mann Platz haben.

  • Seit wann gibt es Ad Ticket?

Seit 2004. Wir waren vorher woanders und wir hießen auch anders. Wir hießen Ad Venue und sind 2008 Ad Ticket geworden. Aber das Konzept an sich, gibt es seit 2004. Wir waren vorher auf der Hanauer Landstraße im Gründerzentrum. Dann wurden wir größer und sind ins Bahnhofsviertel gezogen. In dieses wunderschöne Haus. Dazu gibt es auch eine ganz tolle Geschichte. Der Frau, der das Haus gehört hat hier zwei Kriege überstanden und ist 93 Jahre alt. Wir haben hier ganz viele Büroflächen übernommen, weil wir so groß geworden sind. Als ich angefangen hab, waren hier noch an die 20 Mitarbeiter und jetzt über die sieben Jahre sind wir ganz viele geworden. Wir sind jetzt über 160 Mitarbeiter und dann haben wir ganz viele Flächen dazubekommen. Wir haben zu diesem Haus eine ganz besondere Bindung, weil es eben keinem Investor gehört. Wir haben so viele Büroflächen hier renoviert und Durchbrüche gemacht. Wenn die Frau, der das Haus gehört, dann vorbeikommt und sich das ganze anschaut, dann erzählt sie auch immer, was sie hier früher so erlebt hat. Das ist sehr spannend, weil sie dann immer erzählt „Hier war früher ein Friseurladen und ein Feinkostladen unten im Shop und dann war hier ein Club“ Ja und dadurch das sie sehr alt ist, ist das ganze sehr spannend. Ihr Vater hatte ihre Anwaltskanzlei hier, als sie noch ein Kind war. Und dann gab hier auch einen Tanzsaal und dann sind auf der Straße die Postkutschen langgefahren. Das ist eine ganz tolle Geschichte und vom Krieg ist eben nicht so viel kaputt gegangen und deswegen ist das Haus auch Denkmalgeschützt. Aus dem Grund haben wir eine sehr emotionale Verbindung zu diesem Haus, weil es eben nicht irgendjemandem gehört, sondern weil jemand dahinter steht und eine ganz tolle Lebensgeschichte hier hat. Das ist sehr schön. Als wir unten den Shop gebaut haben, hat sie auch ganz viel erzählt, was vorher da drin war. Dann haben wir auch ganz viele alte Sachen in den Mauern gefunden und Zeitungsberichte. Das war sehr spannend. Das ist eben nicht nur ein 0815 Bürogebäude, sondern es steht jemand dahinter. Deswegen wollten wir auch nie hier raus, weil wir dann immer größer geworden sind. Wir haben auch immer mehr Sachen dazubekommen, auch in der 67. Das war ganz gut. Es ist auch mega zentral. Wir haben ganz viele Leute, die eben nicht aus Frankfurt sind und die steigen einfach hier aus und das ist klasse. Wir machen auch noch ne Führung, dann kannst du alles sehen.

  • Was sind deine Einsatzbereiche?

Ich arbeite Moment im Social Media Marketing, also im Online Marketing. Hab aber hier schon ganz viel gemacht. Da ich ja jetzt schon ne Weile hier bin, habe ich früher Vertrieb und Kundenbetreuung gemacht. Dann war ich mal im Personal zwei Jahre und hab ganz viele Kollegen eingestellt. Dann hab ich mich um den ganzen Umbau, die Baumaßnahmen und die Inneneinrichtung gekümmert. Hab unten den Shop mitgeplant, organisiert und mitgebaut. Unten ist ein Ticketcenter. Der wurde irgendwann mal frei, da war die „Souvenirtruhe“ drinnen. Der Mann ist dann aber rausgegangen und dann wurden wir gefragt, ob wir nicht ein Shopcenter reinmachen wollen. Bei uns war es immer so, dass die Menschen auch natürlich mal hier her gekommen sind und Karten gekauft haben. Aber wir waren jetzt nicht so ein klassischer Laden wo man Karten kaufen konnte, sondern die standen dann bei uns im Büro. Dann haben wir das auch alles gemacht, aber dann wurden wir natürlich immer größer und haben gesagt „Klasse, da unten ist ein Shop, da bauen wir jetzt unser Kundencenter rein und geben unserer Marke ein Gesicht“ Und dann obendrüber haben wir ganz klassisch die Büroräume, wo die Kollegen sitzen. Ganz viele fragen sich immer was man denn beim Ticketing macht. Natürlich verkauft man auch Karten, aber es gibt noch ganz viele andere Bereiche. Zum Beispiel helfen wir auch Veranstaltern den Kartenvorverkauf zu organisieren. Wir stellen Veranstaltern auch ein Ticketsystem zur Verfügung und helfen ihnen die Veranstaltung zu bewerben. Das machen wir dann mit Marketing Maßnahmen. Zum Beispiel Online, aber auch im Offlinemarketing. Wir machen natürlich auch viel Außenwerbung, wir verschicken Newsletter und helfen denen im Online oder Social Media Bereich. Ganz klassisch haben wir auch unser Portal www.adticket.de und dort kann man auch dann die Karten kaufen. Und wir haben noch eine Tickethotline, unser Endkundenservice. Weil wir natürlich auch für die Veranstalter unseren kompletten Endkundenbereich abdecken. Das heißt die Karten können über das Telefon bestellt werden und wenn die Kunden Fragen haben zu ihrer Bestellung oder zu Veranstaltungen kann man hier anrufen und dann helfen wir denen weiter. Dann haben wir noch ein Vertriebsnetz ein ganz großes. Das heißt wir haben Vorverkaufsstellen, die mit uns zusammen arbeiten, so klassische Ticketshops, die man kennt. Darüber kann der Kunde natürlich auch Karten kaufen.

  • Wer sind die Gründer von Ad Ticket?

Der Helge Hollander, die Katrin Stahlberg und der Volker Weise haben das 2004 gegründet.

  • Wie sind die Gründer auf die Idee gekommen Ad Ticket zu gründen?

Also tatsächlich hatten die mehrere Ideen und es war jetzt nicht speziell der Fokus aufs Ticketing. Sondern die hatten mehrere Projekte am laufen, da waren halt mehrere Ideen. Aber letztendlich hat sich dann die Ticketing Idee durchgesetzt und die ist dann geblieben.

  • Wie viele Mitarbeiter habt ihr im Bahnhofsviertel?

Also wir haben noch ein Büro in Oldenburg und auch noch einen Kollegen in Hamburg und dann haben wir noch mit der Firma, mit der wir fusioniert sind in Freiburg und in Berlin. Aber hier im Bahnhofsviertel sind wir knapp 160 jetzt. Es sind natürlich nicht alle jeden Tag da, weil wir ja auch Aushilfen haben oder Leute die Teilzeit arbeiten oder Studenten.

  • Was bietet ihr hier in dem Ticketshop?

Also da kann man natürlich alle Veranstaltungen kaufen, die wir im Vorverkauf haben. Von Sport, Konzerte, Festivals, Museen, Tourismus über Kultur. Und das ganze Bundesweit. Manchmal haben wir auch noch Veranstaltungen in Österreich oder in der Schweiz. Aber der Fokus liegt ganz klar Deutschlandweit. Wir bieten 50000 Veranstaltungen. Aber man kann auch Gutscheine kaufen. Aber jetzt auch mal hier Unternehmen in Frankfurt zu nennen, der Hessische Rundfunk arbeitet mit uns zusammen, der Tigerpalast in Frankfurt auch, also wir haben ganz viele Unternehmen, die eben mit uns zusammen arbeiten. Auch Sportvereine, die Fraport Skyliners, oder das Literaturzentrum. Oder der Schlachthof Wiesbaden arbeitet mit uns zusammen. Also von Comedy querbeet. Im Prinzip ist alles vertreten.

  • Welches Genre ist hier am beliebtesten?

Boah, das kann man leider nicht so sagen. Weil je nachdem welche Saison auch ist. Wenn natürlich der Hessische Rundfunk in den Vorverkauf geht, die haben viele klassische Sachen, dann verkauft sich das gut. Wenn der Tigerpalast mit seiner neuen Revue in den Vorverkauf geht, dann verkauft sich das gut. Aber auch die Dauerkarten für die ganzen  Sportvereine in den Vorverkauf geht, dann verkauft sich das natürlich gerade gut. Es kommt immer drauf an, was man für eine Saison hat. Das kann man ganz schwer sagen, muss ich leider sagen.

  • Wie viele Veranstalter betreut ihr?

Über 3000. Also wir haben ganze viele Veranstalter. Von bis alles dabei. Es gibt natürlich VErantsalter die machen nur einmal im Jahr ne Verantsaltung. Dann gibt es aber auch beispielsweise das Literaturhaus das bespielt einmal in der Woche, dann haben andere zwei bis dreimal die Woche Veranstaltungen. Der Tigerpalast hat glaube ich 6 mal die Woche auf. Das ist ganz unterschiedlich.

  • Wie ist es im Bahnhofsviertel den Sitz zu haben?

Ich habe eine Hass-Liebe zum Bahnohfsviertel. Ich bin ja ein Original Frankfurter Mädchen. Es gibt Zeiten, da liebe ich es hier zu sein und da finde ich es super. Und ich hab auch immer die Meinung, wenn Leute schlecht über das Bahnhofsviertel reden, versuche ich sie vom Gegenteil zu überzeugen und ihnen zu sagen, dass sich hier viel getan hat. Es ist eben nicht nur ein Rotlichtviertel mit Junkies, sondern es ist hier auf sehr engem Raum, ganz wenige Straßen, so viele Interessen zusammenkommen. Es ist eben sehr gemixt und auch sehr verschieden Kulturen eben hier auch sind. Und das macht das eben hier so spannend, vom Banker bis hin zum Rotlichtviertel oder Club oder was auch immer. Ich liebe das Bahnhofsviertel. Genau dafür, wie es eben so ist. Auch dass es so eine gute Anbindung gibt und das wir hier tolle Möglichkeiten haben in der Mittagspause oder auch nach der Arbeit nochmal einen Trinken zu gehen. Das ist schon schön und es ist einfach toll hier zu sein. Ich mag das hier.

  • Was ist das verrückteste, was du jemals hier erlebt hast?

Oh Gott! Also das verrückteste im Sinne von  verrückt, gibt es natürlich viele Geschichten. Aber was wirklich mal ganz krass war. Da hatte ich mein Büro noch hier drüben, zu der Moselstraßenseite. Da war ein Haus weiter ein Gerüst. Das Gerüst ist runtergeknallt, da es sehr stark gewindet hat an dem Tag. Komplett das ganze Gerüst ist auf die Straße runtergeknallt und da ist dann wie durch ein Wunder niemandem wirklich was passiert. Du siehst ja wie hoch die Gebäude hier sind und das war komplett einem hoch zur Wand entlang. Dann hat es einmal so ne Windböe genommen und die Plane die vornedran gespannt war hat die Böe aufgenommen. Ja das hat dann das Gerüst runtergerissen. Und hat das hat so einen krassen Schlag getan. Wir haben wirklich gedacht „Ach du Scheiße!“ Das war eben auch morgens, wo mal Kollegen zum Becker rüberlaufen. Niemandem ist was schlimmes passiert. Ein Auto wurde zerquetscht, da ist eben so eine Stange durch. Aber die die im Auto war, hatte einen leichten Schock. Aber verständlich wenn da dann plötzlich so eine Stange ins Auto gerammt wird. Ja und das war das krasseste was ich hier jemals erlebt hab. Aber auch verrückte Sachen, wie irgendwelche Verrückte die sich hier nackt ausgezogen haben hatte ich auch schon. Es passiert hier viel und auch viele verrückte Sachen. Da ist halt die Frage, wie man verrückt definiert. Es sind viele Sachen die hier passieren. Mir fallen tausend Geschichten ein, wo ich dachte das ist krass. Aber ja das mit dem Gerüst war schon krass. Das war so krass laut. Das war eben drei Fenster weiter, wo das ganze Gerüst runtergefallen ist. Also das war das schlimmste was ich hier erlebt hab und ich war so froh, dass niemandem etwas passiert ist. Das war schon krass. Die Baustelle wird auch nicht mehr weiter gebaut, die wurden dann alle entlassen dort und es gab Baustopp und so. Ganz legal war das wahrscheinlich nicht.

Von Laura