Sabet Der Straßenmusiker
Sabet Der Straßenmusiker
Geld Verdienen Mit Straßenmusik
Sabet Spielt Die Zitter
Sonniges Wetter Im Bahnhofsviertel
Straßenmusik Im Bahnhofsviertel

An einem sonnigen Tag im Januar habe ich beschlossen, etwas durch das Bahnhofsviertel zu schlendern, bekanntlich entdeckt man hier ja immer einige spannende Sachen. Und auch dieses mal bin ich nicht enttäuscht worden. Schon aus einigen Metern Entfernung konnte ich interessante Klänge vernehmen. Neugierig bin ich also der Melodie gefolgt und habe Sabet entdeckt, der vor den Türen des Simit Café’s auf dem Fußboden saß. Zugegeben, zuerst einmal habe ich mich nicht getraut, ihn einfach so anzusprechen und bin einige Male an ihm vorbei gelaufen. Dann dachte ich mir aber, er hat so freundlich gelächelt, den kann ich doch einfach mal ansprechen, mehr als nein sagen kann er schließlich nicht. 

Ein Glück hat er das nicht getan, im Gegenteil, er war total aufgeschlossen und freundlich mir gegenüber und hat mir einiges erzählt. Er hatte auch kein Problem damit, das ich Fotos von ihm schieße, was ja meistens ein schwieriger Punkt ist. Sabet hat mir erzählt, dass er seit ungefähr einem Jahr und 4 Monaten in Deutschland lebt. Er kommt ursprünglich aus dem Iran, wieso genau er von dort weggegangen ist, hat er mir nicht erzählt. Sein Deutsch war zwar nicht perfekt, aber wir konnten uns insgesamt ganz gut verständigen. Er hat mir erzählt, dass er zwei bis drei mal pro Woche ins Bahnhofsviertel kommt um Musik zu machen. Das Instrument das er spielt, nennt sich im Deutschen Zitter und klingt wirklich schön. In seiner Heimat hat er es oft zu  Gottesdiensten in der Kirche gespielt. Seine Schuhe zieht er beim spielen immer aus, da es dann gemütlicher ist, im Schneidersitz zu sitzen. So habe ich fast eine halbe Stunde mit Sabet vor dem Café gehockt und mich mit ihm unterhalten und ein paar Fotos geschossen, während er gespielt hat. Als ich mich verabschiedet habe und ihm 5 Euro in die Hand drücken wollte, hat er diese dankend abgelehnt und gesagt, es wäre nicht notwendig. Ich habe sie ihm aber trotzdem gegeben. Ich denke er hat sich über das Gespräch und das Interesse meinerseits gefreut.

Oft gehen wir an Obdachlosen und Straßenmusikern einfach vorbei, ohne überhaupt hinzuschauen. Wir vergessen, das sie auch Menschen sind, denen es bloß einfach nicht so gut geht wie uns. Nicht beachtet zu werden, ist sicherlich eines der schlimmsten Gefühle, wenn man auf der Straße lebt. Was ich sehr schön fand, war das während unserem Gespräch, zwei Frauen aus dem Café kamen und ihm etwas zu Essen gaben, was sie für ihn gekauft hatten.

Übrigens: Sabet bedeutet übersetzt Gedult. Die kann man als Straßenmusiker sicherlich auch gebrauchen.

-Janna